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Swiftwater Rescue Conference in Charlotte (US)

Aktualisiert: 14. Feb.

Die Swiftwater Rescue Sparte der ACA ist eine sehr rührige Abteilung. Kaum eine Disziplin arbeit so konstant am Curriculum und an neuen Konzepten. Liegt zum einen sicher an den Protagonisten, aber sicher auch mit daran, dass es in der Wildwasser-rettung permanent neue Ideen, Konzepte und Entwicklungen gibt.


Grund genug für regelmässige Konferenzen um die Instructoren auf den neuesten Stand zu bringen und um die regelmässig fälligen Updates anzubieten. Vom 17.- 19. Oktober 2025 stand die nächste Veranstaltung auf dem Plan.


Für mich auf jedenfall Grund genug in den Flieger zu steigen und nach USA zu fliegen. Zweimal habe ich die Konferenz zwar schon besucht, aber das ist schon ein paar Jahre her. Und dieses Mal findet sie in North Carolina, im National Whitewater Center der USA statt.



Eine gigantische Anlage, mit allem was das Herz begehrt. Typisch Ami, alles XXL und auf höchstem Niveau. Ein Wettkampf-Kanal, ein Trainings-Kanal und ein sog. Wilderness-Channel incl. einem grossen See unten und einem See oben. Platz genug für viele Boote, viele Paddler und große Rafts. Drumrum gibts dann noch einen Bikepark, Zip-Lines, Kletterwände und.. und.. und.Und natürlich Gastronomie und einen gut sortierten Shop. In dem ich, wieder meinen Vorsätzen, ordentlich Geld liegen habe lassen.


Das Programm war auf 3 Tage angesetzt und bot reichlich spannende Themen. Wer updaten wollte, musste mehr oder weniger alles machen, ich hatte die Freiheit mir die Rosinen und die Kollegen rauszupicken auf die ich Bock hatte. Das Line-Up war, zumindest für Insider, beeindruckend. Das who-is-who der Szene war anwesend! Ausser vielleicht Mike Mather, aber der war ja im Mai bereits mit mir eine Woche im Engedin unterwegs für meine IT-Ausbildung.


Aus 3 Sessions an Land und 3 Sessions im Wasser konnte ich mir ein Programm zusammenstellen.


Der Freitag Vormittag stand ganz im Zeichen der Medizin. Es ging sehr ausführlich und tief ums Ertrinken und ums Reanimieren in dem Kontext. Danach dann um Reanimieren unter schwierigen Bedingungen, z.B. auf felsigem Ufer. Und es ging um ausgekugelte Schultern! Spannendes Thema und sehr unterhaltsam präsentiert von Henderson McGinnis! Ein wahsinns Typ, mit extremer Erfahrung. Müsst ihr mal googeln! Seit dem Workshop weiss ich auch, was man mit NRS Spanngurten noch so machen kann :-)



Die für mich spannendsten Workshops waren ein Workshop zum Thema Messer im Wildwasser und die "low light operation", eine Rettungsübung in der Nacht. Vor allem beim Messer-Workshop war viel Austausch und Ausprobieren. Super spannend, einmal im Wasser direkt, mit viel Druck und ohne Sicht unter Wasser Seile zu zerschneiden. Solle man öfters machen ...



Rettungen im Dunkel waren für mich Neuland. Um die Uhrzeit sitzt man als Paddler ja idealerweise am Lagerfeuer oder im Restaurant mit einem Getränk in der Hand. Für dies Aktion wurde am Kanal das Licht gelöscht und an den Kehrwässern jeweils ein grosses Glas mit einem Knicklicht als Markierung gesetzt. Ich schätze mal 50m waren das mit 5 Eddies, einem ordentlichen Schwall und wenig Sicht. Ziel war es, präzise unterhalb eines grosssen Kehrwassers ans Ufer zu gelangen. Als Gruppe, vollständig und safe. Ich muss gestehen. dass ich zweimal den Ausstieg verfehlt habe und jeweils per Fahrstuhl-Kehrwasser wieder noch oben transportiert wurde. Ich habe schlicht fast nichts gesehen. Mit nasser Brille und im Dunkel ist das echt komplex. Gutes Learning! Wir hatten übrigens alle Knicklichter am Helm und an den Schultergurten.

Die andere Gruppe übte Wurfsackwerfen. Dafür gabs dann nochmals Extra-Lichter für den Wurfsack und einen Spotter mit Taschenlampe. Schwierig genug, vor allem für den Fänger den Sack zu erkennen, einzuschätzen und zu fangen. Ein dunkles Seil macht das nicht besser. Alles in allem eine mega Übung, die richtig Spass gemacht hat. Das Bier danach war aber hart erschwommen.



Die nächsten beiden Tage gabs viel Wasser und weniger Land für mich. Am eindrücklichsten war für mich die Arbeit mit einem lebensechten Dummy. Der wurde zum Beispiel mit einer Leash am Bein in einem Schwall versenkt und musste geborgen werden. Auf Zeit und mit dem vollen Programm. Was für mich bemerkenswert war, dass fas nie gesagt wurde "stellt euch mal vor". Es wurde immer komplett bis zum Schluss durchgezogen. Mit allem. Hin waten, Rettung, medizinischer Check, ggfs. Reanimation. Der volle Ablauf.


Den Dummi wurde in einem Szenario auf einem Felsen mitten im Kanal platziert, an einer der heftigsten Stelle (der im ersten Bild) Dort kam dann ein kleines Raft zum Einsatz mit Bergung zum anderen Ufer und Beginn der Beatmung im Boot. Und das ganze mit permanentem Bootsverkehr auf dem Kanal. Sehr lehrreich und sehr emphelenswert. Also die Übung :-)



Am letzten Tag stand noch "boat based rescues" auf dem Programm. Da sassen wir dann auch mal im Boot. Das ear ein sehr spannender Austausch mit den Kollegen*innen. Jim Coffey hat den Worshop durchgeführt, das ist an Kompetenz kaum zu toppen.


Alles in allem hat mich wieder einmal das extrem hohe Niveau begeistert. Und diese Leidenschaft mit der Paddeln und Sicherheit betrieben, ja fast schon zelebriert werden. Und das nicht nur bei den Referenten, sondern auch bei allen Teilnehmern.

Viele Themen waren und sind mir natürlich bekannt, bin ja auch als Ausbilder unterwegs. Aber es waren wieder einmal die mega vielen Details, kleinen Änderungen und die kontroversen Ansätze, die die Konferenz so lohnenswert gemacht haben.


Dazu kam natürlich noch der Umstand, dass die Konferenz zeitgleich mit dem 145jährigem Jubiläum der ACA stattfand und am Samstag Abend eine größere Party. Und da ich nach so vielen Jahren sprichwörtlich Hinz und Kunz kenne, war das umso schöner.


Lohnt sich, kann ich empfehlen! Ich hatte dieses Mal leider nur eine Woche Zeit. Ansonsten könnte man Charlotte gut kombinieren mite einem Besuch in den Appalachen. Etwa dem NOC Nantahala Outdoor Center, einem Mekka für Paddler, oder einem der vielen Flüsse in der Umgabung. Vom French Broad über den Green bis zum Tellico und dem Occoee. Paradies ...


Die Kosten lagen übrigens für die Konferenz bei knapp 400US$. Mit Flug, Mietwagen und Hotel kein Schnäppchen. Aber für mich jeden Cent wert. Man muss halt einen Bogen um die ganzen coolen Outddoor-Stores mach. Sont wird es teuer!


Wenn Ihr Fragen habt, gerne melden oder kommentieren.





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